Ambulanter Hospizdienst Tobit auch für Menschen mit Behinderung und Senioren des CWW Paderborn

 

Leben dürfen bis zuletzt
Ambulanter Hospizdienst Tobit auch für Menschen mit Behinderung und Senioren des CWW Paderborn

Paderborn, 14.6.2016. Den Lebensweg in Würde zu Ende gehen und Schwerkranke in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten – das ist das Ziel des Kooperationsvertrages, der nun mit dem Caritas Wohn- und Werkstätten im Erzbistum Paderborn e.V. geschlossen wurde. Der Ambulante Hospizdienst Tobit steht Bewohnern der Einrichtungen des CWW Paderborn begleitend zur Seite.

Träger des Hospizdienstes sind das Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn und der Caritasverband Paderborn e.V.„Gemeinsam werden unsere Mitarbeiter und die ehrenamtlichen Mitarbeiter des ambulanten Hospizdienstes auf die Bedürfnisse der Bewohner begleitend eingehen. Dabei stehen die Selbstbestimmung des Sterbenden, seine Wünsche und Bedürfnisse im Vordergrund. Die Kooperation mit dem Ambulanten Hospizdienst Tobit ist für uns ein Gewinn“, so Karl-Heinz Vogt, Vorsitzender des CWW Paderborn.

Der Ambulante Hospizdienst Tobit weiß, wie wichtig es für schwerkranke Menschen ist, in vertrauter Umgebung bis zuletzt leben zu dürfen. „Sterbende Menschen benötigen in besonderer Weise menschliche Nähe, Zuwendung und Unterstützung. Familien und Angehörige fühlen sich oftmals allein gelassen. Soziale und familiäre Strukturen greifen nicht mehr so selbstverständlich wie früher. Nicht selten drohen im Alter Krankheit und Einsamkeit. Angesichts großer Verunsicherungen in der Gesellschaft im Umgang mit dem Sterben und dem Tod möchte unser ambulanter Hospizdienst Tobit Sicherheit und Hilfestellungen geben“, so Hausoberer Christoph Robrecht vom Brüderkrankenhaus.

Sein Ziel - Sterben zu enttabuisieren -  hat Tobit ein Stück weit erreicht. „Der Umgang der Öffentlichkeit mit der Hospiz- und Palliativarbeit ist selbstverständlicher geworden. Das Ende des Lebens wird nicht mehr so verdrängt“, sagt Brigitte Badke. Sie und Ulrike Heinzen sind hauptamtliche Koordinatorinnen von Tobit. „Viele Menschen haben einfach erkannt, welche Entlastung die Unterstützung durch Hospizmitarbeitende bedeuten kann“, berichtet Badke weiter. Diese Hilfe und Entlastung kommt durch die geschlossene Kooperation den Bewohnern und Mitarbeitern der Seniorencentren und Häuser für Menschen mit Behinderung des CWW Paderborn zugute.

Menschen mit Behinderung, die in Einrichtungen der Behindertenhilfe leben, haben oftmals keine Angehörigen mehr. Wenn noch Verwandtschaft existiert, hat sie selbst ein hohes Alter erreicht oder wohnt weit entfernt. In der Altenhilfe ist die Zeit des Pflegepersonals vorgegeben. „Am Bett eines sterbenden Bewohners soll jedoch Zeit keine Rolle spielen. In solch einer Situation tut es den Angehörigen und uns als Mitarbeitern im Sozialen Dienst gut zu wissen, da ist zusätzlich jemand, der in schweren Stunden Begleitung und Entlastung bringt“, berichtet Verena Ebbes, Einrichtungsleitung Seniorencentrum St. Bruno.

Die Kooperation mit Tobit und dem CWW Paderborn bezieht sich auf die Häuser St. Heinrich, St. Kunigunde, St. Marien und die Seniorencentren St. Bruno, Mallinckrodthof in Borchen und das St. Vincenz-Altenzentrum. Insgesamt leben dort über 100 Menschen mit geistigen Behinderungen sowie 300 Senioren. Tobit arbeitet derzeit mit 35 Ehrenamtlichen, die Menschen in der letzten Lebensphase zuhause, in den Einrichtungen oder im Krankenhaus betreuen. Ein neuer Qualifizierungskurs für ehrenamtliche Mitarbeitende beginnt im Oktober. Er läuft über sieben Monate. Interessenten sind herzlich willkommen.

Bild: Die Kooperation ist unter Dach und Fach. Die Verantwortlichen (v.l.) Ulrike Heinzen, Koordinatorin Tobit, Verena Ebbes Einrichtungsleitung Seniorencentrum St. Bruno, Christoph Robrecht, Hausoberer Brüderkrankenhaus St. Josef, Brigitte Badke, Koordinatorin Tobit, Dagmar Kieselmann, Vorstand CWW Paderborn, Sigrid Pape, Einrichtungsleitung St. Vincenz-Altenzentrum, Karl-Heinz Vogt, Vorstandsvorsitzender CWW Paderborn, Patrick Wilk, Vorstand Caritasverband Paderborn e.V.